Masken für Feuerwehr

Friesoythe Auch sie mussten ihren Betrieb in der Corona-Krise komplett umstellen: die vier Freiwilligen Feuerwehren aus Friesoythe, Altenoythe, Gehlenberg und Markhausen. Damit auch in Zukunft der Ablauf in der Corona-Pandemie gesichert ist, erhielten die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Friesoythe jetzt rund 600 Mundschutzmasken, um eine Ausbreitung des Corona-Virus auch während eines Feuerwehreinsatzes zu verhindern.

Bürgermeister Stratmann überreichte die individuellen Masken mit Stadtwappen und Feuerwehrlogo an Stadtbrandmeister Andreas Witting – stellvertretend für alle vier Feuerwehren. „Für die Freiwilligen Feuerwehren ist die Corona-Lage zurzeit nicht einfach und birgt so manche zusätzliche Herausforderung“, erklärt Bürgermeister Stratmann: „So ist es zum Beispiel im Einsatz nicht immer möglich, den erforderlichen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Die Mund-Nasen-Bedeckung soll sowohl die Feuerwehrkameraden, als auch die Bürgerinnen und Bürger im Einsatz schützen.“

Die Feuerwehren der Stadt Friesoythe haben sich in den vergangenen Monaten mit der neuen Situation arrangiert. Während des Einsatzes stünden zum Beispiel an den Fahrzeugen Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel bereit.

Kreisumlagensenkung beantragt

Cloppenburg Mehrheitlich hat der Cloppenburger Kreistag am Dienstagabend auf Antrag der CDU eine Senkung der Kreisumlage von 36 auf 34 Punkte rückwirkend zum 1. Januar 2020 beschlossen. Mit der Kreisumlage, die die 13 Städte und Gemeinden bezahlen, finanziert sich der Landkreis im Wesentlichen. Durch die Senkung um zwei Punkte werden die Städte und Gemeinden um 4,2 Millionen Euro entlastet. CDU-Fraktionschef Hans Götting (Löningen) kündigte zudem an, dass die CDU-Fraktion für das Haushaltsjahr 2021 zusätzlich eine Senkung des Hebesatzes um einen Prozentpunkt beabsichtige, wenn es nicht zu „gravierenden Einbrüchen“ auf der Einnahmenseite komme.

SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Meyer (Gehlenberg) kritisierte die Senkung um zwei Punkte als „Almosen“. Seine Partei hatte eine Halbierung der Kreisumlage für das Jahr 2020 – letztlich vergeblich – beantragt. Dies hätte die Städte und Gemeinden um 37 Millionen Euro entlastet – eine Entlastung, die sich der Kreis locker hätte leisten können, so Meyer. Rücklagen, ein Schuldenstand von nur zehn Millionen Euro und ein positiver Nachtragshaushalt – der eine deutliche Verbesserung der finanziellen Situation gegenüber dem Jahresanfang darstelle – hätten dies möglich gemacht, meinte Meyer. Dazu komme, dass selbst wenn Cloppenburg, Friesoythe und Co. in diesem Jahr durch die verschiedenen Rettungsschirme von Bund und Land noch mit einem blauen Auge davonkämen, es 2021 ein böses Erwachen gebe. Nun sei es an der Zeit, dass der Kreis den Städten und Gemeinden etwas zurückgebe, nachdem diese in den vergangenen zehn Jahren dem Kreis rund 70 Millionen Euro zur Entschuldung zur Verfügung gestellt hätten.

Landrat Johann Wimberg (CDU) wies die Forderungen der SPD als völlig überzogen zurück. Bei einer Senkung von 18 Punkten müsse er sofort eine Haushaltssperre erlassen. Außerdem hätte unter anderem der niedrige Schuldenstand eine Senkung der Kreisumlage überhaupt erst möglich gemacht. Seit er 2014 ins Amt gekommen sei, so Wimberg weiter, habe es nur Senkungen des Hebesatzes gegeben, dieser bilde nun mit dem Ammerland und Vechta den niedrigsten in ganz Niedersachsen.

Kreistagsmitglied Yilmaz Multu (FDP) hatte zuvor eine Aussetzung der Kreisumlage für ein Jahr gefordert. Im Gegenzug müssten die Städte und Gemeinden nachweisen, dass sie das Geld für Zukunftsprojekte wie den Bau von Schulen oder die Digitalisierung ausgeben würden.

Windpark Repowering

Gehlenberg /Scharrel Windenergie nimmt im deutschen Strommix eine zentrale Rolle ein. Aber in diesem Jahr läuft die Förderung nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) für viele Windkraftanlagen aus. Doch zahlreiche Anlagen werden bald nicht mehr gefördert, da die Förderung nach 20-jähriger Laufzeit ausläuft. Für viele stellt sich die Frage: Was tun?

Den größten Windpark gibt es in Gehlenberg: 26 Räder produzieren 39 Megawatt, ein Bürgerwindpark. Aber die in 2000 errichtete Anlage erreicht bald das Ende der Förderung.

Drei Alternativen

Für Windenergieanlagen kommen nach Auslaufen der Förderung im Wesentlichen drei Optionen in Betracht: Das Repowering, der Weiterbetrieb oder die Stilllegung der Anlage. Zwischen den Optionen können die Betreiber allerdings nicht völlig frei wählen.

Während für ein Repowering insbesondere die planungs- und genehmigungsrechtliche Zulässigkeit – seit Jahren stark von den politischen Rahmenbedingungen geprägt – gegeben sein muss, sind für den ökonomischen Weiterbetrieb technische und betriebswirtschaftliche Aspekte maßgeblich. Lediglich die endgültige Stilllegung am bisherigen Standort bleibt immer möglich, ist jedoch aus klimapolitischer und volkswirtschaftlicher Sicht unter Umständen nicht sinnvoll. Recycling-Probleme für die alten Anlagen werden kommen.

Beim Weiterbetrieb nach der Förderung muss der Strom eigenständig vermarktet werden. Zudem sind technische Anpassungen für die Direktvermarktung erforderlich. Mit höheren Wartungskosten ist zu rechnen.

Im Kreis Cloppenburg gibt es eine installierte Leistung von 417 Megawatt. 39 der 243 kreisweit installierten Windenergieanlagen drehen sich im Saterland. In Friesoythe sind das mit 71 zwar deutlich mehr, doch an die Leistung von 93,7 Megawatt im Saterland kommen sie nicht ran. Friesoythe hat rund zehn Megawatt weniger.

Repowering im Saterland

Der Windpark Saterland ist der größte seiner Art im Kreis Cloppenburg. Vor zehn Jahren hatte Guido Reiners, damals Prokurist der Raiffeisenbank Scharrel, die Idee. Die Gemeinde Saterland machte bei der Realisierung als Bürgerwindpark mit. Über 700 Personen beteiligten sich. 24 Windmühlen mit je drei Megawatt sollten gebaut werden. Im Westermoor konnten naturschutzrechtliche Belange nicht ausreichend berücksichtigt werden, also ging es ins Ostermoor.

Schon damals gab es ein Repowering. Für die 24 Anlagen wurden 24 Windkrafträder der älteren Generation im Landkreis Cloppenburg oder im angrenzenden Gebiet abgebaut. Das Ersetzen der alten durch moderne Anlagen ist durchaus gewünscht.

Auch die Gemeinde Saterland profitiert. Kämmerer Jens Gralheer weist jetzt 21 000 Euro als Einnahme aus der Beteiligung aus. Mit 18 Prozent sei die Dividende deutlich höher als seinerzeit angekündigt.

„Noch ist Repowering kein Thema bei uns“, sagte Bürgermeister Thomas Otto. Aber er sieht auch keine Hinderungsgründe, wenn eines Tages die Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als fünf Megawatt üblich sind. Abstände zur Wohnbebauung seien auch unter Berücksichtigung der neuesten Vorgaben ausreichend: „Es dürften im Saterländer Windpark mit Repowering auch nach 2032 alle Voraussetzungen für ertragsreichen Wind erfüllt sein.“

Die effektivsten Anlagen im Kreis stehen übrigens in Bösel. Beim 2014 in Betrieb genommenen Windpark „Kündelmoor“ in Bösel produzieren 15 Räder mit 45,75 Megawatt.