Sägerei am Mühlenberg

Gehlenberg Über die neueste Errungenschaft des Sägereimuseums in Gehlenberg freuen sich die Dorfgemeinschaft und der Heimatverein ganz besonders. Eine historische Bandsäge der Maschinenfabrik Friedrich Howe, Burgsteinfurt, die etwa Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, stammt aus einem ehemaligen Friesoyther Bauunternehmen und wurde jetzt vom Bauunternehmen Hanekamp, Gehlenberg, gestiftet.

Nachdem das Schmiedegebäude fertiggestellt worden ist und alle Geräte nun in dem neuen Gebäude untergebracht sind, ist in der ehemaligen Sägerei des Wilhelm Schute Platz für weitere Sägen und Holzbearbeitungsmaschinen. Damit kommen die beiden Vereine ihrem Ziel einer historischen Sägerei am ursprünglichen Standort immer näher. Schute hatte dort bis 1967 eine Sägerei betrieben. Die Dorfgemeinschaft bemüht sich deshalb um weitere Geräte, die das Museum vervollständigen.

Formatkreissäge fehlt

Sieben historische Maschinen ergänzen jetzt die Ausstellung: zwei große Bandsägen, zwei Fräsen, ein Bandschleifer, ein Abrichthobel und ein Dickenhobel. Eine Formatkreissäge soll noch in nächster Zeit angeschafft werden.

Da alle Maschinen wieder funktionstüchtig sind, könne der gesamte Prozess einer historischen Sägerei ablaufen, von der Anlieferung des Baumstammes bis zur Schleif- und Drechselarbeit am fertigen Werkstück, sagt Hans Meyer, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Ein alter Holzkran und Schienen können den Stamm direkt in die Horizontalgattersäge von 1905 transportieren. Auch haben die Mitglieder der Dorfgemeinschaft Schienen freigelegt, die zu der großen Unterflurkreissäge führen. Das genaue Alter der Säge sei nicht bekannt, denn Schute werde sie wohl zu Betriebsbeginn 1946 gebraucht gekauft haben, meint Wilhelm Olliges, Vorsitzender des Heimatvereines.

Förderung beantragen

Weitere Stücke wie die Holzfräse von 1950 oder der Dickenhobel konnten gebraucht erworben werden. Alle Maschinen werden bei Führungen vorgeführt.

Mit dem erweiterten Sägereimuseum wollen die Vereine nochmals eine institutionelle Förderung beim Landkreis beantragen. 2020 wurde ein Antrag durch die CDU-Mehrheit im Kreistag abgelehnt, weil das Alleinstellungsmerkmal fehle. Es wurde jedoch signalisiert, dass eine Förderung zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein könnte. Da nun das Sägereimuseum der Mittelpunkt am Mühlenberg ist, sollen erneut Gespräche mit Politik und Kreis-Verwaltung aufgenommen werden.