Kutsche und Motorrad als Leihgabe

Gehlenberg Zur Sammlung des Kulturzentrums Mühlenberg in Gehlenberg sind zwei Objekte hinzugekommen: Eine Kutsche von Johann und Margret Rolfes und ein Motorrad von Hans Janßen. Beide Spender sind aus Neuvrees und haben ihre „Schätze“ als Leihgabe der Dorfgemeinschaft Gehlenberg zur Verfügung gestellt.

Die Kutsche kam 1919 nach Neuvrees. Sie gehörte zur Aussteuer der Braut Helene Esters, die Johann Robbers heiratete, Johann Rolfes Großvater. Ganz neu war das Fahrzeug damals schon nicht mehr, es hatte 20 Jahre in Osnabrück als „Stadtwagen“ gedient. Hergestellt wurde das Modell „Landauer Steilwand“ von der Firma L. Brockmeyer in Osnabrück. Es ist in vielen alten Filmen wie in der „Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann zu sehen.

In Neuvrees wurde das Gefährt für sonntägliche Fahrten zur Pfarrkirche in Gehlenberg, für Krankentransporte und Verwandtenbesuche genutzt. Mit zunehmender Motorisierung wurde die Kutsche zum Ende des vergangenen Jahrhunderts dann bei Feiern und Festlichkeiten (Hochzeiten, Schützenfesten) eingesetzt und im Jahre 1988 noch einmal gründlich restauriert.

Das Motorrad ist ein Modell „Panther“, Baujahr 1937. Ausgestattet ist es mit einem Sachs-Motor mit 98 ccm Hubraum und einer Leistung von 2,25 PS, wie das Typenschild verrät. Älteren Mitbürgern sind Motorräder dieser Art noch aus der Vor- und Nachkriegszeit gut bekannt.

Für den Start diente eine Tretkurbel (wie bei einem normalen Fahrrad), mit der Schwung für die Zündung erreicht wurde.

Eine Zweigangschaltung war seitlich am Tank angebracht und für Richtungswechsel mussten Handzeichen gegeben werden.

Das Motorrad wurde von der Polizei genutzt. Doch weder Blaulicht noch Martinshorn machten auf das Polizeifahrzeug aufmerksam, eine lautstarke Hupe mit Handbedienung erfüllte diesen Zweck. Für rasante Fahrten und die Verfolgung von Straftätern war es kaum geeignet. Es war ein Schritt in etwas mehr Mobilität der Polizei.