Sägerei am Mühlenberg

Gehlenberg Über die neueste Errungenschaft des Sägereimuseums in Gehlenberg freuen sich die Dorfgemeinschaft und der Heimatverein ganz besonders. Eine historische Bandsäge der Maschinenfabrik Friedrich Howe, Burgsteinfurt, die etwa Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, stammt aus einem ehemaligen Friesoyther Bauunternehmen und wurde jetzt vom Bauunternehmen Hanekamp, Gehlenberg, gestiftet.

Nachdem das Schmiedegebäude fertiggestellt worden ist und alle Geräte nun in dem neuen Gebäude untergebracht sind, ist in der ehemaligen Sägerei des Wilhelm Schute Platz für weitere Sägen und Holzbearbeitungsmaschinen. Damit kommen die beiden Vereine ihrem Ziel einer historischen Sägerei am ursprünglichen Standort immer näher. Schute hatte dort bis 1967 eine Sägerei betrieben. Die Dorfgemeinschaft bemüht sich deshalb um weitere Geräte, die das Museum vervollständigen.

Formatkreissäge fehlt

Sieben historische Maschinen ergänzen jetzt die Ausstellung: zwei große Bandsägen, zwei Fräsen, ein Bandschleifer, ein Abrichthobel und ein Dickenhobel. Eine Formatkreissäge soll noch in nächster Zeit angeschafft werden.

Da alle Maschinen wieder funktionstüchtig sind, könne der gesamte Prozess einer historischen Sägerei ablaufen, von der Anlieferung des Baumstammes bis zur Schleif- und Drechselarbeit am fertigen Werkstück, sagt Hans Meyer, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Ein alter Holzkran und Schienen können den Stamm direkt in die Horizontalgattersäge von 1905 transportieren. Auch haben die Mitglieder der Dorfgemeinschaft Schienen freigelegt, die zu der großen Unterflurkreissäge führen. Das genaue Alter der Säge sei nicht bekannt, denn Schute werde sie wohl zu Betriebsbeginn 1946 gebraucht gekauft haben, meint Wilhelm Olliges, Vorsitzender des Heimatvereines.

Förderung beantragen

Weitere Stücke wie die Holzfräse von 1950 oder der Dickenhobel konnten gebraucht erworben werden. Alle Maschinen werden bei Führungen vorgeführt.

Mit dem erweiterten Sägereimuseum wollen die Vereine nochmals eine institutionelle Förderung beim Landkreis beantragen. 2020 wurde ein Antrag durch die CDU-Mehrheit im Kreistag abgelehnt, weil das Alleinstellungsmerkmal fehle. Es wurde jedoch signalisiert, dass eine Förderung zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein könnte. Da nun das Sägereimuseum der Mittelpunkt am Mühlenberg ist, sollen erneut Gespräche mit Politik und Kreis-Verwaltung aufgenommen werden.

Seniorenzentrum fast bezugsfertig

Gehlenberg Nach mehrjähriger Planungsphase und 20-monatiger Bauzeit soll das Seniorenzentrum St. Catharina in Gehlenberg schon bald seinen Betrieb aufnehmen. Zu einer Gesprächsrunde trafen sich der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Heinz Winkler, die Geschäftsführerin der Caritas St. Martinus Haren, Dr. Beate Schulte, sowie Hans-Werner Frerichs, der an der Planung des Gebäudes beteiligt war, und Nicole Sibum vom Kirchenvorstand, um die letzten Schritte vor der Eröffnung zu erörtern.

Erinnerung an Schücking

Den Namen der Einrichtung habe man gewählt in Erinnerung an die Dichterin Catharina Schücking, geborene Busch. Als Ehefrau des Amtsmannes Paulus Modestus Schücking, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Sögel eingesetzt war, hatte sie damals die gerade neu entstandene Kolonie Gehlenberg öfter besucht und so direkt miterlebt, unter welcher Mühsal die Kolonisten hier ihren Lebensunterhalt mit harter Arbeit erwirtschafteten und oft auch Notlagen zu meistern hatten. In Berichten aus dieser Zeit wird deutlich, dass sie nicht nur davon Kenntnis nahm, sondern aktiv mit ihren Möglichkeiten zu helfen bereit war. Kaum 40 Jahre alt verstarb sie und ihr Wunsch wurde erfüllt, in Gehlenberg beigesetzt zu werden. Ein Denkmal vor der Kirche erinnert an sie.

Das neue Haus für die Senioren entstand in Kooperation zwischen der Pfarrgemeinde St. Prosper Gehlenberg und der Caritas Pflege GmbH St. Martinus Haren. Betreibergesellschaft ist der Caritas Pflegedienst Hümmling. Mit im Boot für die Pflege und Betreuung ist zudem die Sozialstation St. Marien Friesoythe. Vorhanden sind achtzehn Plätze in der Tagespflege. Qualifiziertes Personal der Caritas St. Martinus Pflege GmbH betreut die Gäste von Montag bis Freitag und ein Fahrdienst kümmert sich um die Beförderung.

Im ersten Obergeschoss befinden sich die Räumlichkeiten der ambulant betreuten Wohngemeinschaft. Hier ist Platz für zwölf Personen, deren Tagesablauf in der Wohngemeinschaft dem in einem Privathaushalt ähnelt. Im zweiten Obergeschoss stehen fünf Wohnungen zur Verfügung, die an Interessenten vermietet werden.

Kontaktpersonen

Für weitere Auskünfte stehen folgende Personen bereit: Mechthild Eilers (Heim- und Pflegedienstleiterin) unter Telefon  0170/7409529, Stefanie Kleemann (Ambulant betreute Wohngemeinschaft) unterTelefon 05951/9951347 und Cornelia Briese unter Telefon   05932/55133.

Gerätewagen für die Feuerwehr

Gehlenberg Die Feuerwehr Gehlenberg hat einen neuen Logistik-Gerätewagen (GW-L2) bekommen. Die ersten Einsätze hat der GW-L2 bereits hinter sich. Er habe sich beim Großbrand eines Sägewerks in Thüle bereits bewährt, teilt die Stadt Friesoythe mit.

Nach mehr als 45 Jahren wird nun der Schlauchwagen SW2000 ausgemustert. Zwei Jahre hat der Bestellungsprozess für das neue Fahrzeug gedauert. Eine Abordnung der Ortsfeuerwehr Gehlenberg hat es bereits Ende Dezember vom Hersteller Ziegler in schleswig-holsteinischen Rendsburg nach Gehlenberg überführt. Zu diesem Zeitpunkt habe aber keine offizielle Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Sven Stratmann stattfinden können, so die Stadtverwaltung. Diese wurde nun nachgeholt.

Der neue Gerätewagen wird hauptsächlich zum Aufbau einer Wasserversorgung über größere Entfernungen dienen, teilt die Stadt Friesoythe mit. Außerdem werden mit dem GW-L2 Schläuche, Pumpen, Stromerzeuger, Beleuchtung, Kettensägen, Waldbrand-Faltbehälter und weitere Geräte und Hilfsmittel zur Einsatzstelle transportiert. Mit 280 PS und Allradantrieb kann das 18 Tonnen schwere Fahrzeug auch auf unbefestigten Wegen sechs Personen und Werkzeug an fast jede Einsatzstelle bringen. Das GW-L2 wird ebenfalls für die Kreisbereitschaft des Landkreises Cloppenburg zur Verfügung stehen.

Kita-Protest

Gehlenberg Viel Kritik erntete der Entwurf des neuen Kindertagesstättengesetzes (NKiTaG) des Landes Niedersachsen. Auch die Beschäftigen der Kindertagesstätte St. Monika Gehlenberg sagen „Nein zum neuen NKiTaG-Gesetz“. Seit 1993 regelt das Gesetz landesweit einheitliche Mindestanforderungen an Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen. Damit soll gewährleistet werden, dass Kinder überall in Niedersachsen strukturell ähnlich ausgestattete Bildungs- und Betreuungsangebote in Kindertageseinrichtungen vorfinden – unabhängig von ihrem Wohnort oder der besuchten Einrichtung. Dieses Gesetz, so schreibt die Niedersächsische Landesregierung, entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Doch der Entwurf der Neufassung findet landesweit kaum Zustimmung bei den Einrichtungen. Auch nicht in Gehlenberg. Die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte St. Monika zeigten mit einer Aktion vor dem Kindergarten, dass die neuen Regelungen längst nicht ausreichend sind für eine bedarfsgerechte und angemessene Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung.

Als Beispiel wurde ein Gruppenraum mit Tischen, Stühlen und Spielgeräten vor dem Gebäude aufgebaut. Die abgetrennte Fläche war gut gefüllt und es sei kaum vorstellbar, wie dort noch 25 Kinder Platz zur freien Entfaltung haben sollen, so die Erzieherinnen. Zwei Quadratmeter seien nicht ausreichend. Da die Anforderungen an das pädagogische Personal steigen, bedarf es mehr Verfügungszeit, um die Qualität in der Einrichtung zu sichern, so eine weitere Forderung. Deshalb sei es unerlässlich, den Personalschlüssel zu ändern, entweder durch die Einstellung einer Drittkraft oder die Reduzierung der Gruppengröße. Ebenfalls sei ein Rechtsanspruch auf Bildung für Kinder mit Behinderungen erforderlich.

Sägereimuseum erweitert

Das Gehlenberger Sägereimuseum am Kulturzentrum Mühlenberg wächst weiter

Der Trägerverein hat sieben neue, teils über 100 Jahre alte Maschinen integriert. Vor 75 Jahren wurde der Handwerksbetrieb, der die Keimzelle des heutigen Museums bildet, gegründet.

Artikel teilen:
Funktioniert: Hans Meyer testet die Funktionstüchtigkeit des rund 100 Jahre alten Dickenhobels, der zu den neuesten Ausstellungsstücken im Gelenberger Sägereimuseum gehört. Foto: Stix

Funktioniert: Hans Meyer testet die Funktionstüchtigkeit des rund 100 Jahre alten Dickenhobels, der zu den neuesten Ausstellungsstücken im Gelenberger Sägereimuseum gehört. Foto: Stix

Es wirkt wie eine Zeitreise: Wenn die signalroten Starkstromstecker an der Wand nicht wären, könnte das Sägereimuseum im Gehlenberger Kulturzentrum Mühlenberg sofort als echte Sägerei aus der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts durchgehen. Am Eingang lagern die Baumstämme, der Rest der großen Werkstatt steht voll mit Maschinen aller Art. Von der Gattersäge bis zur Drechselmaschine ist alles da, was das Herz eines Sägereibesitzers vor 100 Jahren höher schlagen ließ.

„Das ist auch unser Anspruch“, sagt Hans Meyer, Ortsvorsteher und Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Gehlenberg. „Alle Maschinen hier laufen, wir bilden den gesamten Prozess einer Sägerei ab, von der Anlieferung des Baumstamms bis hin zur Schleif- und Drechselarbeit am fertigen Werkstück.“

Schienen für Unterflurkreissäge freigelegt

Das Museum hat seinen Sitz im früheren Betrieb von Wilhelm Schute, der 1946, also vor 75 Jahren, dort einen Sägeschuppen errichtete und zur Sägerei ausbaute. Eine der Maschinen, mit denen Schute von Anfang an arbeitete, ist die große Unterflurkreissäge mit ihrem auf Schienen geführten Schlitten.

Die Schienen haben die Mitglieder des Heimatvereins kürzlich komplett freigelegt, sodass die große Kreissäge jetzt wieder voll funktionstüchtig ist. Ihr genaues Alter lässt sich nicht feststellen. „Sie war bestimmt schon einige Jahre alt, als Schute sie hier einbaute“, ist sich Wilhelm Olliges, der Vorsitzende des Heimatvereins Gehlenberg-Neuvrees-Neulorup, sicher.

Nur eine Formatkreissäge fehlt noch

Seit das ebenfalls im Kulturzentrum ansässige Schmiedemuseum aus der Halle aus- und in sein eigenes Gebäude eingezogen ist, hat das Sägereimuseum die gesamte Halle für sich. Der zusätzliche Platz wurde genutzt, um weitere sieben Maschinen in die ständige Ausstellung aufzunehmen. Ein Bandschleifer, zwei Fräsen, zwei große Bandsägen, ein Abrichthobel und eine Dickenhobel runden das Museum jetzt ab. Nur eine Formatkreissäge fehlt noch, aber da, so Meyer, sei man bereits in Gesprächen.

Mit den neuen Maschinen, die bereits in das pädagogische Konzept und die ausgearbeiteten Führungen integriert sind, wollen Dorfgemeinschaft und Heimatverein jetzt einen neuen Vorstoß für eine institutionelle Förderung durch den Landkreis wagen. Ein erster Antrag wurde wie berichtet im Juli des vergangenen Jahres vom Kreistag abgelehnt. Es fehle, so die damalige Begründung der CDU-Mehrheitsfraktion, das Alleinstellungsmerkmal.

„Wir haben jedes Jahr mehrere tausend Besucher allein durch Führungen. Damit gehören wir zu den Top-3-Museen im Landkreis.“Anni Knipper, Dorfgemeinschaft Gehlenberg

Die Vereinsvertreter hoffen, dass sie mit dem Ausbau des Sägereimuseums, das nun der unbestrittene Schwerpunkt am Gehlenberger Mühlenberg ist, vorhandene Zweifel an der Förderfähigkeit ausräumen können. „Es gab Signale, dass es unter bestimmten Voraussetzungen doch Möglichkeiten einer Förderung geben könnte“, sagt Meyer. „Jetzt suchen wir das Gespräch mit der Kreisverwaltung und der Politik, um herauszufinden, wie diese Signale zu verstehen sind.“

Am Publikumszuspruch jedenfalls, so Anni Knipper, die Schriftführerin der Dorfgemeinschaft, könne es nicht scheitern. „Wir haben jedes Jahr mehrere tausend Besucher allein durch Führungen“, sagt sie. „Damit gehören wir zu den Top-3-Museen im Landkreis.“

Kindergarten baut Fastenweg

Kita-Kinder bauen Fastenweg

OSTERN – Das Leben Jesu verfolgen

Der Fastenweg der Kindertagesstätte St. Monika ist öffentlich zugänglich. BILD: Anni Knipper

Der Fastenweg der Kindertagesstätte St. Monika ist öffentlich zugänglich. BILD: Anni Knipper

GEHLENBERG. Die Kinder der Kindertagesstätte St. Monika in Gehlenberg sind auf dem Weg in Richtung Ostern. Sie haben dazu mit ihren Erzieherinnen im Außenbereich der Kita einen Fastenweg – eine Landschaft mit Figuren und Symbolen aus dem Leben Jesu – aufgebaut. Betreut wird die Aktion von Beate Menke, Chantal Hinrichs und Annette Konnemann.

Der Fastenweg beginnt mit der Darstellung des zwölfjährigen Jesus und endet mit seinem Tod und der Auferstehung. Viele Stationen – wie der See Genezareth, der Berg Golgatha und das Grab – sind dargestellt. Jesus und seine Jünger wandern jede Woche weiter und erleben immer etwas Neues.

Ein Fastenweg ist ein Pilgerweg. Die Menschen sollen sich auf den Weg machen, Neues entdecken und dabei über das Leben Jesu und das eigene Leben nachdenken. Der Gehlenberger Fastenweg kann jederzeit vor dem Kindergartengebäude besichtigt werden.

Um während der Corona-Pandemie in Kontakt zu bleiben, erhalten alle Kinder, die derzeit nicht im Kindergarten sein dürfen, wöchentlich Post mit Jesus-Geschichten und passenden Bastelangeboten.

Die Vorschulkinder bekommen zusätzlich Aufgaben, die nach Erledigung im Kindergarten wieder abgegeben werden sollen. Alle wöchentlichen Aktionen und Anleitungen finden Eltern und Kinder auch auf der Internetseite

Mehr Informationen unter: www.kindergarten-st-monika.de

Neue Schmiede im Probebetrieb

Gehlenberg Die regelmäßigen Arbeiten am Kulturzentrum Mühlenberg sind weitestgehend lahmgelegt. Dennoch konnten einige einzelne Personen die Schmiede fertigstellen. Schon bei der Zufahrt zum Gelände des Kulturzentrums fällt das ansprechende Gebäude ins Auge. Die Zahl 1788, das Gründungsjahr des Ortes Gehlenberg, steht über dem großen zweiflügeligen Türbogen.

Mehr als 1000 Stunden Eigenleistungen, Materialspenden und eine Förderung aus dem Programm „Leader-Region Soesteniederung“ machten die Realisierung für die Dorfgemeinschaft Gehlenberg e.V. erst möglich.

Das Planieren des Grundstücks, die Betonarbeiten, das Mauern der Wände, die Zimmerei- und Dachdeckerarbeiten, der Einbau der Decke mit Eichendielen sowie die Pflasterung im Innen- und Außenbereich gehörten zu den in Eigenleistung erbrachten Arbeiten. Ebenfalls wurden die alten Gusseisenfenster überarbeitet und die Türen gezimmert, gestrichen und eingebaut.

Klinker für das Mauerwerk und Dachziegel stammen aus abgebrochenen Stallgebäuden der Familien Janßen, Hauptstraße, und Holtmann, Hinterberg. Die Klinker von der Familie Janßen waren noch in der ehemaligen Gehlenberger Ziegelei gebrannt worden.

Inzwischen ist die Schmiede mit den üblichen Schmiedewerkzeugen komplett ausgestattet. Aus den früheren Gehlenberger Schmieden Meyer, Hauptstraße (jetzt Moormann), Immken und Block wurden viele Gegenstände gestiftet, die in Zukunft besichtigt werden können. Eine über 100 Jahre alte Werkbank mit Schraubstock von Johann und Anton Meyer ist jetzt ein Schmuckstück in der neuen Schmiede. Amboss, Standbohrmaschine und Doppelschleifmaschine stammen ebenfalls aus der ehemaligen Schmiede Meyer. Die Esse (Schmiedefeuer) war früher in der Schmiede Immken in Gebrauch. Die Abzugshaube hat Willi Immken angefertigt. Aus der Schmiede Block stammt die von Hand betriebene Stößel- oder Kurzhobelmaschine zur Bearbeitung kürzerer Metallflächen. Biegemaschinen und viele weitere Vorrichtungen und Werkzeuge haben ihren Platz gefunden. Die Original-Ziffern 1788 wurden von Heinrich Block aufgearbeitet und ergänzt.

Neue Schmiede besteht ihre Feuerprobe

Der Tatendrang der Dorfgemeinschaft Gehlenberg ist ungebrochen. Nun haben die Mitglieder erneut in die Hände gespuckt und eine originalgetreue Schmiede gebaut.

Artikel teilen:
Das Schmiedefeuer lodert: Willi Immken formt die ersten Objekte aus dem weißglühenden Eisen am Amboss. Foto: Wilhelm Funke <br>

Das Schmiedefeuer lodert: Willi Immken formt die ersten Objekte aus dem weißglühenden Eisen am Amboss. Foto: Wilhelm Funke

Die regelmäßigen Arbeiten beim Kulturzentrum Mühlenberg sind aufgrund der aktuellen Situation weitestgehend eingeschränkt. Dennoch konnte die neue Schmiede in den vergangenen Monaten unter Beachtung der Vorschriften fertiggestellt und schließlich auch eingerichtet werden.Schon bei der Zufahrt zum Gelände des Kulturzentrums fällt das ansprechende Gebäude ins Auge. Über dem großen zweiflügeligen Türbogen gibt die dort angebrachte Zahl 1788 das Gründungsjahr des Ortes Gehlenberg an. Mehr als 1000 Stunden an Eigenleistungen, zahlreiche Materialspenden und eine Förderung aus dem Programm „Leader-Region Soesteniederung“ machten die Realisierung des Projektes für die Dorfgemeinschaft Gehlenberg möglich.

In Eigenleistung wurden das Planieren des Grundstücks, die Betonarbeiten, das Erstellen des Mauerwerks, die Zimmerei- und Dachdeckerarbeiten, das Belegen der Raumdecke mit Eichendielen sowie die Pflasterung im Innen- und Außenbereich erledigt. Alte Gusseisenfenster mussten überarbeitet werden, Türen gezimmert, eingebaut und gestrichen werden.

Ziegel aus alten Stallgebäuden mühsam aufgearbeitet

Für das gesamte Außenmauerwerk wurden Ziegel aus Abbrüchen alter Stallgebäude verwendet, die teilweise noch aus eigener Produktion am „Tichelberg“ stammen. Dort wurden zur Gründungszeit bei einer Tongrube südwestlich des Ortes im Feldbrandverfahren die Ziegel für den ersten Kirchbau im Jahr 1831 hergestellt.

In mühevoller Arbeit wurden die alten Ziegel von Mörtelresten befreit und für die Wiederverwendung vorbereitet. Auch die Dacheindeckung besteht aus Ziegeln von ehemaligen Gebäuden. Inzwischen ist die Schmiede nach und nach mit den für dieses Handwerk üblichen Einrichtungen ausgestattet worden. Da es in Gehlenberg früher drei Schmieden gab, waren noch reichlich noch Arbeitsgeräte aus alter Zeit vorhanden waren, die von den Besitzern zur Verfügung gestellt wurden. Besucher können sie nun in Augenschein nehmen und bei Gelegenheit, beispielsweise beim Handwerker- und Bauernmarkt, auch in Aktion beobachten.

Eine mehr als 100 Jahre alte Werkbank mit Schraubstock und Arbeitsgeräten (Hämmer, Zangen, Schraubenschlüssel etc.) aus der ehemaligen Werkstatt von Johann und Anton Meyer ist eines der Schmuckstücke in der neuen Schmiede. Die sogenannte „Esse“, das Schmiedefeuer, stammt aus der Werkstatt des Schmiedes Immken. Die dazugehörige Haube für den Rauchabzug wurde von Willi Immken angefertigt.

Nun wurde erstmals das Schmiedefeuer entzündet

Aus der Schmiede Block stammt eine von Hand betriebene Stößel- oder Kurzhobelmaschine zur Bearbeitung von Metallflächen. Vorhanden ist auch eine große Bohrmaschine aus vergangener Zeit, die keinen Motorantrieb hat, sondern mit einer Fußwippe – ähnlich wie bei alten Nähmaschinen – über ein Getriebe die Bohrer antreibt. Biegemaschinen für die Eisenreifen an den hölzernen Wagenrädern und viele weiter Exponate, die heute aus den Werkstätten verschwunden sind, sind zudem in größerer Anzahl zu besichtigen.

Einen großen Teil der Gegenstände hatten die Mitglieder der Dorfgemeinschaft bereits im Vorfeld der Baumaßnahme gesammelt und damit einen Grundstock für das Projekt gelegt. Nun wurde erstmalig das Schmiedefeuer entzündet. In den von einem Gebläse mit ausreichend Sauerstoff versorgten Flammen brachte Willi Immken, Sohn des Schmiedemeisters Hermann Immken und selbst in diesem Beruf ausgebildet, die ersten Eisenstangen zum Glühen und formte daraus am Amboss einige Ringe. Dabei mit Abstand zuschauen konnten nur ein paar Vereinsmitglieder. In Zukunft sollen aber viele Gäste das alte Handwerk vor Ort kennenlernen.

Umfrage unter Jugendlichen

Jugend gefällt es in den Dörfern gut

UMFRAGE – Mehrheit möchte hier bleiben

FRIESOYTHE. (EB) Benotet werden, Zeugnisse bekommen – Schülerinnen und Schüler kennen das Gefühl. Bei der Online-Umfrage in der Dorfregion Friesoythe Süd Ende 2020 wurde der Spieß umgedreht und die jüngeren Einwohner durften ihre Heimat in verschiedenen Kategorien bewerten. Teilgenommen haben 137 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen zehn und 24 Jahren aus allen Ortsteilen der Dorfregion. Nach Auswertung der Ergebnisse im Rahmen der Sozialen Dorfentwicklung durch die begleitende pro-t-in GmbH steht fest: Das Zeugnis für Friesoythe Süd fällt gut bis sehr gut aus.

Die Jugendlichen fühlen sich in Gehlenberg, Neuvrees, Thüle, Markhausen, Augustendorf, Neumarkhausen und Ellerbrock wohl und leben gerne dort. Eine Mehrheit von 71 Prozent kann sich gut vorstellen, auch als Erwachsene hier zu leben. Gemeinschaft, Geselligkeit, (Sport-)Verein, Freunde, Landschaft und Ortsjugendring (OJR)/Landjugend (KLJB) – diese Dinge sind ihnen im Dorf sehr wichtig.

„Die Aussagen der Jüngeren passen zur Auswertung der NWZ zum aktuellen Landkreis-Cloppenburg-Check“, freute sich Bürgermeister Sven Stratmann, „da haben die Bürgerinnen und Bürger auch gezeigt, dass sie ein großes Interesse an ihrer Heimat haben und recht zufrieden sind.“

Die Freizeitangebote der KLJB, des Ortsjugendrings und der Kirche sowie die Dorfgemeinschaft finden die jungen Leute gut oder sehr gut. Eine große Mehrheit der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen engagiert sich in den verschiedenen Vereinen der Dorfregion.

Auch bei der Organisation eines Jugendtreffs würden viele mit anpacken. Und viele möchten sich gerne noch stärker einbringen: 53 Prozent wünschen sich mehr Mitspracherecht bei Themen, die die Dorfjugend betreffen. Erste Vorschläge dazu lieferte die Online-Umfrage bereits. Insgesamt haben besonders die Dorfgemeinschaft und der Zusammenhalt untereinander einen hohen Stellenwert bei den Jugendlichen. Sie engagieren sich gerne für ihre Heimat und möchten sich auch in Zukunft für das starke Gemeinschaftsgefühl einsetzen.

Die komplette Auswertung: friesoythe.pro-dorfentwicklung.de

Landkreis-Check Friesoythe

Einkaufen kann man gut vor Ort

LANDKREIS-CLOPPENBURG-CHECK – Bestnote für die Nahversorgung – Nahverkehr hingegen eine Katastrophe

Das Einkaufszentrum am alten Hafen in Friesoythe: Hier findet man Geschäfte wie Lidl, Famila, Deichmann, Müller, C&A und Ernstings Family. BILD: Schiwyair Luftbildaufnahmen

Das Einkaufszentrum am alten Hafen in Friesoythe: Hier findet man Geschäfte wie Lidl, Famila, Deichmann, Müller, C&A und Ernstings Family. BILD: Schiwyair Luftbildaufnahmen

Die Bestnote gibt es für die Nahversorgung. Der Nahverkehr hingegen ist eine Katastrophe.

FRIESOYTHE. Fast 1000 der knapp über 5000 Teilnehmer am Landkreis-Check kommen aus der Stadt Friesoythe. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger ein großes Interesse an ihrer Heimat haben. Unterm Strich scheinen die Bewohner recht zufrieden zu sein. In der Gesamtbewertung landete die Stadt Friesoythe mit der Durchschnittsnote 6,4 unter allen 13 Städten und Gemeinden auf Platz 5 – noch vor den beiden einzigen anderen Städten Cloppenburg und Löningen.

Am besten beurteilt wurde die Nahversorgung, gefolgt von den Kategorien Sauberkeit, Sportangebote und Kinderbetreuung. Weniger gut schnitten die Kategorien Kultur, Wohnungsmarkt und vor allem Nahverkehr ab.

Nahversorgung

Hier steht die Stadt Friesoythe hervorragend da. Mit einer Note von 7,6 liegt dieser Wert weit über Kreisdurchschnitt (6,7). Kein Wunder: In der Friesoyther Innenstadt gibt es alles für den täglichen Bedarf. An Verbrauchermärkten und Discountern fehlt es hier nicht. Auch der Einzelhandel ist gut aufgestellt. Was in der Bewertung ebenfalls positiv gewertet wurde, ist die Tatsache, dass es in Altenoythe und Gehlenberg Verbrauchermärkte und in Markhausen, Kampe und Neuscharrel zumindest Bäckerläden mit einem Sortiment für das Nötigste gibt.

Sauberkeit

Im Bereich Sauberkeit schneidet Friesoythe gut ab. Es gab die Note 7,3 (Kreisdurchschnitt: 7,1). Es wurde zwar kritisiert, dass gerade im Umfeld der beiden Fast-Food-Restaurants zu viel Müll herumliege und auch das Umfeld des Friesoyther Stadtparkes verschmutzt sei. Doch insgesamt wurde die Sauberkeit, gerade in den Ortschaften, sehr positiv bewertet.

Kinderbretreuung

Der Bereich Kinderbetreuung wird im gesamten Landreis Cloppenburg als durchweg gut beschrieben. Daher liegt Friesoythe hier trotz dem respektablen Ergebnis von 7,3 noch leicht unter dem Kreisdurchschnitt von 7,5. Krippen- und Kindergartenplätze sind zwar vor allem in Friesoythe und Altenoythe knapp. Doch über das gesamte Stadtgebiet hinweg ist das Angebot anscheinend durchaus ausreichend. Und die neue Kindertagesstätte an der Burgwiese in Friesoythe wird zur weiteren Entspannung der Situation führen.

Sportangebote

Auch in diesem Bereich schneidet die Stadt Friesoythe gut ab und trifft mit 7,3 den Kreisdurchschnitt. Das positive Ergebnis liegt natürlich an den vielen Sportvereinen in den Orten. Neben Fußball und Handball wird in den Ortschaften längst viel mehr angeboten. Und auch wer kein Interesse an einer Vereinsmitgliedschaft hat, hat eine Auswahl an Fitnessstudios. Jogger, Walker und Radfahrer kommen durch die schönen Landschaften in der Region ebenfalls bestens auf ihre Kosten.

Kultur

Die Rubrik Kultur ist natürlich ein extrem subjektives Feld. Was dem einen gefällt, mag der andere überhaupt nicht. Und so ist es schwer bis nahezu unmöglich, ein Kulturprogramm zu entwickeln, das allen gleichermaßen gerecht wird. Da verwundert es nicht, dass diese Rubrik mit einer Note von 5,4 relativ schlecht abschneidet, im Kreisvergleich (4,9) aber noch recht gut dasteht. Durch das Forum am Hansaplatz ist die Stadt in der Lage, auch größere Kulturveranstaltungen durchzuführen. Auch das Engagement der örtlichen Theatergruppen wurde lobend erwähnt. Was einigen Leuten laut ihren Angaben fehlt, sind vor allem Konzerte für junge Leute und Kunstausstellungen.

Wohnungsmarkt

Ein großes Sorgenkind im Friesoyther Stadtgebiet ist der Umfrage zufolge der Wohnungsmarkt. Die Nachfrage ist groß, das Angebot überschaubar. Die Folge: Der Wohnraum ist gerade in der Friesoyther Innenstadt knapp und auch nicht gerade günstig. Für eine moderne 80 Quadratmeterwohnung werden da schnell mal 700 bis 800 Euro Kaltmiete fällig. Kleinere Wohneinheiten sind zudem Mangelware. Auch der Markt für Häuser und Grundstücke ist vollkommen überlaufen. Insgesamt gibt es hierfür die Note 5,0 (Kreis: 5,4).

Nahverkehr

Noch schlechter, und zwar deutlich, schließt die Rubrik Nahverkehr ab. Note: 4,3. Das Friesoyther Ergebnis deckt sich in etwa mit dem Kreisdurchschnitt von 4,5. Das Busliniennetz grenzte schon immer an einer Katastrophe. Die Anbindungen zwischen den Ortsteilen aber auch an Städte wie Oldenburg sind extrem schlecht. Der Rufbus moobil+ soll dieses Problem lösen. Bislang mit mäßigem Erfolg.

Tipp der Redaktion

BILD: Heiner Elsen

BILD: Heiner Elsen

Im Kulturzentrum Mühlenberg in Gehlenberg wird Geschichte greifbar. In mühevoller Kleinarbeit haben die Ehrenamtlichen dort ein Kleinod erschaffen. Neben der Windmühle und einem Backhaus ist dort ein Sägerei- und Heimatmuseum eingerichtet worden.

Bekannter Kopf

Frank Willenborg BILD: DPA

Frank Willenborg BILD: DPA

Frank Willenborg ist gebürtiger Gehlenberger und in der Fußballwelt ein bekannter Mann. Als Schiedsrichter schaffte es der heute 41-Jährige vom SV Gehlenberg-Neuvrees in die Bundesliga. Bis jetzt hat er dort 19 und in der 2. Bundesliga 85 Spiele gepfiffen.

Erlös aus Kartoffelverkauf für Grundschule und Kindergarten

Mehr für den Schulhof

Über eine Spende in Höhe von 300 Euro für die Grundschule Gehlenberg freute sich jetzt Schulleiterin Annette Keijser mit ihrem Team und den Kindern. Die Dorfgemeinschaft Gehlenberg spendete der Grundschule diesen Betrag aus dem Kartoffelverkauf.

In den Vorjahren hatten die Kinder der dritten Klassen gern das Angebot der Dorfgemeinschaft genutzt, bei dieser Aktion zu helfen und am Mühlenberg die Kartoffeln selbst gepflanzt. Da in diesem Jahr alles anders war, übernahmen die Mitglieder der Dorfgemeinschaft die Arbeit, vom Einpflanzen bis zum Verkauf. In erster Linie übernahmen Heinz-Gerd Olliges , Wilhelm Hömmken , Bernd Kramer und Bernd Esters die Arbeiten. Die Grundschule möchte von dem Geld ein Spielgerät oder Fahrzeug für den Schulhof anschaffen. BILD: Anni Knipper

Über eine Spende in Höhe von 300 Euro für die Kita Gehlenberg hat sich Leiterin Jutta Hoff mit ihrem Team und den Kindern gefreut. Die Dorfgemeinschaft Gehlenberg spendete der Kita diesen Betrag aus dem Kartoffelverkauf.