Dorf in der Landschaft

Sonnenuntergang über dem Tatemeer


Die den Ort umgebende Landschaft ist durch die landwirtschaftliche Nutzung geprägt.
Als Rückzugsgebiete bestehen einige Kleingehölze, Wallhecken, Hecken, Gräben, Stillgewässer, Saumbiotope, sowie Ruderalfluren
die sich durchaus im Landschaftsbild abzeichnen.

Südlich des Ortes gelegen befindet sich das Naturschutzgebiet „Tatemeer“.

Am 27. Oktober 1957 beschloss der Rat der Gemeinde Gehlenberg die in Frage kommenden Parzellen dem Landkreis Aschendorf-Hümmling
für Naturschutzmaßnahmen zu übertragen.
Durch Verordnung vom 30. April 1968 wurde dann das Gebiet von 4,78 Hektar durch den Landkreis Aschendorf-Hümmling unter Naturschutz gestellt.
Seit der Gebietsreform liegen davon ca. 4 Hektar im Landkreis Cloppenburg, Stadt Friesoythe, Ortsteil Gehlenberg, 0,8 Hektar entfallen auf den
Landkreis Emsland, Samtgemeinde Werlte, Gemeinde Rastdorf.

Aufgrund der Bedeutung dieses hochgradig schutzwürdigen Gebietes hielt es der Landkreis Cloppenburg Anfang der 1990er Jahre für sinnvoll, das Gebiet zu vergrößern.
Das „Große Tatemeer“ sollte nach den Vorstellungen der Kreisverwaltung mit einem „Puffer“ umgeben werden, dabei sollte das Kleine Tatemeer miteinbezogen werden. Deshalb hat der Landkreis Cloppenburg mit finanzieller Beteiligung des Landes Niedersachsen und der EU im Bereich des Tatemeeres 49 Hektar erworben.
Viele Gebiete sind als besonders geschützte Biotope nach dem Bundesnaturschutzgesetz eingestuft.

Die vom Landkreis Cloppenburg erworbenen Flächen wurden zum Teil der Natur überlassen, zum Teil an interessierte Landwirte zur extensiven Grünlandnutzung
verpachtet. Durch die Nutzungsextensivierung wurden neue Lebensräume für wildlebende Pflanzen und Tiere geschaffen bzw. bestehende Lebensräume erhalten
und weiterentwickelt.

Entstanden sind die Tatemeere durch Erdsenkungen. Die Wasserfläche des großen Tatemeeres mit einer Tiefe von ca. 20 Metern und einem ausgedehnten
Verlandungsbereich aus Gagelgebüsch und Birkenbruchwald, beträgt nur noch 1/3 der ursprünglichen Größe. Auf dem mehrere Meter starken schwimmenden
Hoch- und Übergangsmoor, das sich von den Ufern ausgehend bildete, entstand eine den ökologischen Bedingungen angepasste Vegetation. Es bildeten sich
Gewässer mit ganz unterschiedlichen Trophiestufen und somit unterschiedlicher Vegetation.

Das Kleine Tatemeer ist fast komplett zugewachsen. Das Betreten der Verlandungszonen ist dort, wo keine Entwässerungsmaßnahmen durchgeführt wurden,
auch heute noch lebensgefährlich.

Der Landkreis Cloppenburg hat mit der Gehlenberger Sportanglergruppe vereinbart, dass diese das Naturschutzgebiet pflegt, wo es erforderlich ist.

 

Viele der im Gebiet der Tatemeere vorzufindenden
Biotoptypen stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten:
  Einige weitere gefährdete Pflanzen im Bereich der Tatemeere:
Birkenbruchwald (RL Grad 1)   Geflecktes Knabenkraut (RL Grad 3)
Sumpfdotterblumenwiese       (RL Grad 1)   Kammfarn  (RL Grad 3)
Torfmoos-Glockenheide-Moor-Gesellschaft (RL Grad 1)   Fieberklee  (RL Grad 3)
Moorlilien-Gesellschaft  (RL Grad 1)      
Gagelgebüsch     (RL Grad 2)      
Braunseggen-Sumpf (RL Grad 2)      
Sumpfsimsen-Sumpf   (RL Grad 2)      
Flatterbinsen-Sumpf   (RL Grad 2)      
Pfeifengras-Moorbirkenwald (RL Grad 2)      


Regelmäßig brüten hier das Braunkehlchen (Rote Liste der stark gefährdeten Arten) und die Nachtigall.
Die Dorfgemeinschaft Gehlenberg ist dem Landkreis Cloppenburg dankbar für den Ankauf der Flächen zur Erweiterung des geschützten Gebietes.

Literatur:
Kosanke, Heinz: Tiefe Meere im Binnenland. Landschaftsökologisches Portrait von Großem und Kleinem Tatemeer, Sager Meer sowie Zwischenahner Meer.
In: Heimatbund Oldenburger Münsterland (Hrsg.): Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 2011. Vechta 2010. S. 254 – 264